Der Strommarkt ist seit seiner „offiziellen“ Liberalisierung im Jahr 1998 sehr unübersichtlich geworden. Würde man alle Anbieter addieren, käme man mittlerweile auf über 900 an der Zahl. Dennoch hat sich der Wettbewerb noch nicht derartig liberalisiert, als dass es eine Vielzahl von Anbietern und Versorgern gibt. Letztlich haben Großkonzerne wie E.ON, Vattenfall oder RWE eine fast marktbeherrschende Stellung, vor allem da sie die Hoheit über das Stromnetz haben. Über Beteiligungsverhältnisse lassen sich 80 bis 90 Prozent der Kraftwerkskapazitäten und Netze auf die Großkonzerne reduzieren.
Da mittlerweile sowohl das Bundeskartellamt als auch die Bundesnetzagentur deutliche Bedenken an der starken Dominanz der Großkonzerne geäußert haben, sehen sich Konzerne wie E.ON oder Vattenfall bereits dazu gezwungen, ihre Netze zu verkaufen. Seit Anfang 2008 hat E.ON den Verkauf seines Stromnetzes in Aussicht gestellt. Im November desselben Jahres kam der Entschluss, sich von der Stadtwerketochter Thüga zu trennen. Auch Vattenfall sucht gegenwärtig nach einem Käufer für sein zum Verkauf gestelltes Netz.
Diese Marktsituation ist für den Verbraucher durchaus positiv, denn die Marktdominanz der Großkonzerne wird dadurch immer mehr gebrochen. Der zunehmende Wettbewerbsdruck zwingt die Anbieter, die immer mehr gegeneinander agieren, ihre Preispolitik kundenfreundlicher zu gestalten. Auf diese Weise haben auch kleine Stromanbieter, wie die unabhängigen Versorger Lichtblick oder Flexstrom, die Möglichkeit, die Preise am Markt effektiver mitzugestalten.
Die Stromtarife der Anbieter lassen sich prinzipiell in zwei Klassen unterteilen. Zum Einen in Stromtarife für Privatkunden – damit sind in der Regel normale Haushalte gemeint – und gewerbliche Stromtarife. Außerdem können Sie bei den Stromtarifen auf die Herkunft achten. So können Sie speziell reine Ökostromtarife oder Strom beziehen, der auf einem Energiemix basiert. Ein immer zu empfehlender Weg, die Stromtarife untereinander zu vergleichen, ist der Vergleich über den Stromtarifrechner.
Nicht immer lohnt sich ein Tarifwechsel, doch ein Vergleich ist dennoch immer sinnvoll. Denn mit den kommenden Veränderungen auf dem Strommarkt, stehen auch neue Stromtarife zu erwarten. Die Bundesregierung hat für 2009 angekündigt, die sogenannte Anreizregulierung einzuführen. Dabei handelt es sich um ein von der Bundesregierung kontrolliertes Regulierungsinstrument für die Preisgestaltung. Folglich wird auch in den kommenden Jahren der Strommarkt weiter in Bewegung bleiben, was letztlich gut für den Verbraucher ist.